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Kongressbericht für Med News

'Die Balance zwischen Innovation und Tradition'

Das Motto des 49. Jahrestages der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie war Programm. Vom 30.04. - 03.05.2008 nahmen ca. 800 Urologen regional und international an der 2. größten Tagung der Fachgesellschaft in der Harmonie dem Konzert- und Kongreßzentrum der Stadt Heilbronn teil.

Dieses Jahr wurde die Veranstaltung von der Urologischen Klinik am Gesundbrunnen unter der wissenschaftlichen Leitung des Kongresspräsidenten und Chefarztes der Abteilung Prof. Jens Rassweiler durchgeführt. Eine technische Besonderheit auf diesem Kongress war die erstmalige Einführung von 16:9 Videopostern. Diese neue Präsentationsform von wissenschaftlichen Arbeiten ermöglicht es auf Plasma-Schirmen sowohl Text als auch Videobestandteile in hoher Qualität darzubieten. Damit gehören die Architektenrollen als Markenzeichen von Kongressteilnehmer der Vergangenheit an.

Die Highlights des Kongresses waren sicherlich die zahlreichen Live-Operationen die alle in der urologischen Klinik am Gesundbrunnen durchgeführt wurden.
Am ersten Tag wurden insgesamt 8 Live-OP's gezeigt, darunter verschieden Formen der Cystoskopie mit flexiblen und rigiden Geräten, die Instillation von Botolinum-Toxin bei überaktiver Blase und verschiede Formen der transrektalen Biopsie der Prostata.

Am Maifeiertag gab es 3 große laparoskopische Operationen zu bestaunen:

Eine transrektal-ultraschall navigierte extraperitoneale laparoskopische radikale Prostatektomie, eine ultraschall-kontrollierte retroperitoneale laparoskopische Nierentumorvereisung (Kryotherapie), eine transperitoneale laparoskopische Nierentumorexcision.

Am letzten Tag wurden in 8 weiteren Live-Operationen die Wertigkeiten der verschiedenen transurethralen Resektionsformen der obstruktiven Prostatahyperplasie vorgeführt und diskutiert. Unter anderem wurden verschiedene Formen der Laserenukleation bzw. Laservaporisation als auch bipolare und monopolare Prostataresektionsverfahren vorgestellt.

'Die Präsentation von so vielen Live-Operationen an 3 Tagen ist sicherlich eine logistische Mammutaufgabe, die ohne die Unterstützung der ansässigen niedergelassenen Urologen und auch der Bereitschaft der Klinik-Angehörigen unter anderem am Maifeiertag zu arbeiten sicherlich nicht möglich gewesen wäre', betont der Kongresspräsident Prof. Dr. med. Rassweiler.

Dementsprechend waren die Live-Operationen nicht nur für Klinker sondern auch für Niedergelassene nach dem Motto 'aus der Praxis für die Praxis von Interesse'. Zur diesjährigen Jahrestagung haben insgesamt 1300 Fachbesucher, ca. 800 Ärzte (100 interdisziplinäre Ärzte aus der Gynäkologie, Kinderheilkunde und der Allgemeinmedizin), 300 Industrievertreter, 100 Besucher aus dem Pflegebereich und 100 sonstige Teilnehmer.

Zu internationalen Flair kam des durch die Einführung von 2 englisch-sprachigen Sitzungen in der ca. 100 Teilnehmer aus dem Ausland unter anderem aus Jordanien, Israel, Rumänien, Italien, Argentinien und der Türkei ihre Erfahrungen in der Heilbronner Klinik erlernten Operationsverfahren präsentieren konnten.

Neben wichtigen Berufspolitischen Fragestellungen lagen die wissenschaftlichen Schwerpunkte der 49. Jahrestagung vor allem auf den Richtlinien der Facharzt-Ausbildung zur Andrologie und medikamentösen Tumortherapie, Prostatascreening (Fühdiagnostik von Knochenmetastasen bei Prostatakarzinom), Mikrorobotik für endoluminale Chirurgie, Computergestütze Navigation bei urologischen Operationen, ortho-molekulare Medizin in der Urologie und Roboter-assistierte Chirurgie.

Neben der Wissenschaft folgte auch das Rahmenprogramm der Balance zwischen Innovation und Tradition. Neben der Hexenküche am Maifeiertag auf dem Heuchelberg konnte man am Festabend im AUDI-Forum der 'Uroband' lauschen. So bietete der Kongress ein soziales und wissenschaftliches Forum um die immer wichtiger werdende intra- und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken.
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