Live Chirurgie 2


Laparoskopische transperitoneale Nierentumorexzision links
Laparoskopische Sigmaresektion durch Klinik für Viszeralchirurgie

Patientin: LE 24.12.40 (67 Jahre)
Operateure: Janetschek, Günter (Linz), Häcker, Axel (Mannheim)

Urologische Hauptdiagnose:
Nierentumor links
Nebendiagnose:
Sigmadivertikulitis

Krankengeschichte:
Anamnese: Abdomensonographie und CT Abdomen wegen Schmerz im linken Unterbauch.
CT Abdomen / Becken 28.03.08: 4,3 cm großer Tumor der linken Niere, der dorsal weit über das Parenchym herausragt. Keine Beteiligung des Nierenbeckens, keine retroperitonealen Lymphome. Außerdem multiple Sigmadivertikel und eine 5 cm große Divertikulitis am Übergang von Colon descendens zum Sigma mit deutlicher Imbibierung des pericolischen Fettgewebes.
Coloskopie 10.04.08: Entzündliche Struktur im Sigma bei 32 cm Höhe bei Sigmadivertikulose.

Postoperativer Verlauf:
Nach einer Nacht auf der Intensivstation Rückverlegung auf die chirurgische Normalstation. Hier zunächst unauffälliger Verlauf. Am siebten postoperativen Tag Entwicklung von hohem Fieber bei stark erhöhten Entzündungsparametern (Leukozyten 20500/micl, CRP 22,5 mg/dl).
Am achten postoperativen Tag V.a. Abszess in der Nierenloge im CT, Entschluss zur offen-chirurgischen Revision. Intraoperativ trübe Flüssigkeit intraabdominell und im Bereich der linken Nierenloge ohne Abszessnachweis. Sigma-Anastomose suffizient. Einlage einer Drainage in die Nierenloge. Kreatinin aus Drainage: Urin-äquivalent. Einlage eines DJ links: In der retrograden Darstellung Kontrastmittel-Extravasation im Oberpolbereich der linken Niere.
Weiterer Verlauf: Nach zunächst weiter angestiegenem CRP und intensivmedizinischer Betreuung schließlich bei fallenden Entzündungszeichen und Verbesserung des Allgemeinzustandes Rückverlegung auf die Normalstation. Hier Kostaufbau und Mobilisierung, keine weiteren Komplikationen. Entlassung am 02.06.08.

Histologie Nierentumor links:
5 x 4 x 2 cm großes Nierenteilexcidat mit einem 3,5 cm großen kugelförmigen gekapselten komplett entfernten klarzelligen Nierenzellkarzinom, gut differenziert. Der Tumor ist zur Tiefe hin nur sehr knapp (1 mm), jedoch im Gesunden entfernt: pT1, G1, R0.




Laparoskopische retroperitoneale Nierenfreilegung und Kryotherapie bei Angiomyolipom der rechten Niere

Patientin: RS *13.08.64 (43 Jahre)
Operateure: Rassweiler, Jens (Heilbronn), Stock, Christian (Heilbronn)

Urologische Hauptdiagnose:
Angiomyolipom der rechten Niere
Einzelniere rechts

Krankengeschichte:
Anamnese: Z.n. Nephrektomie links bei funktionsloser Schrumpfniere links.
Sonographie: Niere rechts kompensatorisch vergrößert mit einem ca. 4 cm großen, die Nierenoberfläche teils überragenden echoreichen Tumor am kaudalen Nierenpol. Harnblase sonomorphologisch unauffällig.
MRT Oberbauch nativ 03.03.08: Angiomyolipom an unteren Nierenpol rechts, 3,6 x 3,4 cm messend. Dies entspricht einer geringgradigen Größenzunahme im Vergleich zu Juni 2007. Keine pathologisch vergrößerten Lymphknoten.

Postoperativer Verlauf:
Unauffälliger postoperativer Verlauf. Duplex-Sonographie: Das Angiomyolipom zeigt sich ohne Durchblutung bei regelrechter Darstellung der übrigen Niere. Darstellung des Aneurysmas im Duplex.
Angiographie bei intraoperativem Zufallsbefund eines Nierenarterien-Aneurysmas: Das Aneurysma hat einen Durchmesser von ca. 18 mm. Mehrere Unterpolarterien der rechten Niere gehen aus dem Aneurysma ab.
Entlassung nach der Angiographie am siebten postoperativen Tag. Die Patientin wird sich im Verlauf beim Gefäßchirurgen wiedervorstellen.

Histologie intraoperative Stanzbiopsie:
Angiomyolipom, kein Anhalt für Malignität.




TRUS-navigierte extraperitoneale laparoskopische radikale Prostatektomie

Patient: BJ *30.08.60 (47 Jahre)
Operateure: Rassweiler, Jens (Heilbronn), Teber, Dogu (Heilbronn), Gözen, Ali Serdar (Heilbronn)

Urologische Hauptdiagnose:
Prostatakarzinom cT2, Gleason 3+4=7a

Krankengeschichte:
TRUS-gesteuerte Prostata-Stanzbiopsie: Links 2/6 Stanzen positiv Gleason 7a, rechts 0/6 Stanzen positiv.
Knochenszintigramm: Kein Anhalt für Skelettmetastasen.
CT Abdomen / Becken: Keine auffälligen Lymphknoten.
TRUS bei Aufnahme: 30 cm³ Prostata mit Verkalkungen ohne suspekte Herdbefunde.

Postoperativer Verlauf:
Komplikationsloser postoperativer Verlauf.
CUG am sechsten postoperativen Tag: Keine Anastomosenleckage, der BDK wird entfernt.
Miktionstraining: Urinverlust 18 ml in 24 Stunden bei einem Miktionsvolumen von 2670 ml in 24 Stunden (Urine Loss Ratio 0,007).
Entlassung am siebten postoperativen Tag.

Histologie:
33 g schwere Prostata mit einem mikroglandulär (ca 70%) und mikroglandulär-fusionierten (30%) Adenokarzinom. Rechter Lappen ohne Karzinom. Linker Lappen: Das Karzinom ist bis an den Kapselbereich der Prostata hinein nachweisbar. Kein Tumorwachstum über die Prostatakapsel hinaus. Keine Organüberschreitung. Im Gesunden reseziert. Kein positiver Resektionsrand. Gleason score: 3+4 (7a, low grade). pT2a, R0
Karzinomvolumen rechts 0 cm³, links 0,9 cm³.
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