Live Chirurgie 1


Rigide Zystoskopie mit Fluoreszenzdiagnostik und Re-TUR-B

Patientin: KB *21.03.36 (72 Jahre)
Operateur: Straub, Michael (München)

Urologische Hauptdiagnose:
Papillärer urothelialer Tumor mit geringem malignem Potential

Krankengeschichte:
Sonographie bei Makrohämaturie 06/2007: Blasentumor im Bereich des Blasenbodens links.
Zystoskopie und TUR-Blase 06/2007: Papillärer Tumor von ca. 1 cm³ Größe im Bereich des linken Ureterostiums, dieser wird ostiumschonend reseziert. Histologie: Urothelialer Tumor mit geringem malignem Potential.
Aktuell: Wiedervorstellung zur Re-TUR-B bei zystoskopisch gesichertem Rezidiv-Tumor in der Harnblase.

Postoperativer Verlauf:
Postoperativ entwickelte sich eine Harnstauungsniere II° links, die durch die Einlage einer Harnleiterschiene entlastet wurde. BDK-Entfernung am vierten postoperativen Tag, Entlassung am fünften postoperativen Tag.

Histologie:
In TUR-Spänen aus allen Lokalisationen: Papillärer Blasentumor pTa low grade.




Instillation von Botulinum-Toxin bei überreaktiver Blase

Patientin: KL *11.03.29 (79 Jahre)
Operateur: Carl, Stefan (Emmendingen)

Urologische Hauptdiagnose:
Dranginkontinenz

Nebendiagnosen und Voroperationen:
- Hämochromatose (Erstdiagnose 1972), Leberzirrhose, Pfortaderthrombose, hepatozelluläres Karzinom (Erstdiagnose 10/2007), Chemotherapie abgelehnt.
- Arterielle Hypertonie mit Cor hypertonicum
- Herzinsuffizienz NYHA II (EF 80 %, diast. Relaxationsstörung, Mitralinsuffizienz II°)
- Ischämische Kolitis 04/2004

Krankengeschichte:
Dranginkontinenz seit längerer Zeit, frustraner Therapieversuch mit Trospiumchlorid. Motorische Instabilität bei kleinkapazitärer Harnblase in urodynamischer Untersuchung gesichert.

Postoperativer Verlauf:
Bei Kontrolle 7 Tage nach OP berichtet die Patientin, dass kaum noch eine Drangsymptomatik besteht.




Flexible URS

Patient: LS *07.01.74 (34 Jahre)
Operateur: Köhrmann, Kai Uwe (Mannheim)

Urologische Hauptdiagnose:
Schmerzlose Makrohämaturie
Unklare Raumforderung im mittleren Drittel der rechten Niere

Krankengeschichte:
Anamnese: Ärztliche Vorstellung wegen schmerzloser Makrohämaturie im April 2008
CT Abdomen (17.04.08): Rechte Niere ventrolateral mit einer 3 cm messenden, Kontrastmittel aufnehmenden Raumforderung auf mittlerer Höhe. Peripher zeigt sie mehrere kleine zystische oder nekrotische Anteile. Nierenbecken und Nierenhilus sind nicht beteiligt. Kein Harnaufstau.
Urethrozystoskopie (23.04.08): Harnblase mit leicht geröteter Schleimhaut, Ureterostien orthotop, links mit klaren Urinejektionen. Ausstoß von blutigem Urin aus dem rechten Ostium. Primäre URS bei Ostiumstenose rechts nicht möglich, deshalb DJ-Einlage rechts.

Postoperativer Verlauf:
Laparoskopische partielle Nephrektomie rechts am 05.05.08 durch Prof. J. Rassweiler. Postoperativ Entwicklung eines Nierenhämatoms, stationäre Überwachung. Entlassung am 17.05.08.

Histologie:
PE aus dem Nierenbecken vom 30.04.08: Nierenpapille, kein Anhalt für Malignität. Präparat vom 05.05.08: Nierenexcidat mit einem 3 cm großen mäßig differenzierten klarzelligen Nierenzellkarzinom (pT1, G2, R0).




Rigide Zystoskopie mit Fluoreszenzdiagnostik

Patient: RJ *22.11.32 (75 Jahre)
Operateur: Sievert, Karl-Dietrich (Tübingen)

Urologische Hauptdiagnose:
Harnblasentumor (Erstbefund)

Krankengeschichte:
Anamnese: Bei Z.n. retropubischer radikaler Prostatektomie 1994 gute Kontinenz. PSA 0,13 ng/ml. Erektile Dysfunktion. Aktuell rezidivierende schmerzlose Makrohämaturie.
Zystoskopie durch niedergelassenen Urologen: Harnröhre und Anastomosenbereich unauffällig bei intaktem Sphinkter externus. Am Blasenboden zeigt sich ein breitbasiger Blasentumor.

Postoperativer Verlauf:
Instillation von 20mg MMC im Sinne einer Frühinstillation. Postoperativ problemloser Verlauf. Sonographische Kontrolle der rechten Niere ohne Nachweis eines Harnaufstaus bei ostiumnaher Resektion rechts. BDK-Entfernung am dritten postoperativen Tag, Entlassung am vierten Tag.

Histologie:
Im TUR-Material vom Blasenboden sowie in Proben aus anderen Lokalisationen fand sich ein schlecht differenziertes papilläres Urothelkarzinom pT1G3 (high grade) / pTis.




Rigide Zystoskopie mit Fluoreszenzdiagnostik und TUR-Blase

Patient: LE *01.02.42 (66 Jahre)
Operateur: Rassweiler, Jens (Heilbronn)

Urologische Hauptdiagnose:
Multilokuläres Harnblasentumor-Rezidiv pTa, G1 unter MMC-Prophylaxe
Z.n. mehrfacher TUR-Blase (2006, 2007, 2008)

Krankengeschichte, präoperative Untersuchungen, Bildgebung, Eingriffe, Histologien:
Erstdiagnose eines Harnblasenkarzinoms pTa, G1 12/2006.
Bei Re-TUR-Blase 01/2007 kein Nachweis von Malignität, es wurde MMC zur Rezidivprophylaxe im Sinne einer Frühinstillation.
Bei Kontrolle 04/2007 wieder Nachweis eines Harnblasenkarzinoms pTa, G1. Nachresektion mit Fluoreszenzdiagnostik wieder ohne Nachweis eines Blasentumors. Rezidivprophylaxe durch 3 MMC-Instillationen im Abstand von je 4 Wochen.
Bei Kontroll-Zystoskopie 01/2008 wieder makroskopisches Rezidiv am Blasendach, histologisch erneut Urothelkarzinom pTa, G1. Durchführung einer BCG-Instillationstherapie war geplant, wurde aber nicht durchgeführt.
Aktuell bei Makrohämaturie V.a. erneutes Blasentumorrezidiv.

Postoperativer Verlauf:
Unmittelbar nach Beendigung der OP Instillation von 20 mg Mitomycin in die Blase zur Rezidivprophylaxe. Bei starker Makrohämaturie erfolgte die Re-TUR-B mit Nachkoagulation am Abend des OP-Tages. Am vierten postoperativen Verlauf bei unauffälligen Sonographiebefunden Entfernung des BDK, bei Harnverhalt Wiedereinlage nach einigen Stunden. Am siebten Tag erneuter frustraner BDK-Auslassversuch. Schließlich Entlassung mit BDK, Wiedervorstellung zur frühen Nachresektion in 4 Wochen.

Histologie:
7 ccm TUR-Material von der Harnblase mit Formationen eines papillären Urothelkarzinoms, nicht invasiv, mäßig differenziert: pTa, G2 (low grade).




Transrektale TRUS-gesteuerte Stanzbiopsie der Prostata

Patient: WR *15.01.39 (69 Jahre)
Operateur: Loch, Tillmann (Flensburg)

Urologische Hauptdiagnose:
V.a. Prostatakarzinom

Kankengeschichte:
Anamnese: PSA-Erhöhung von 3,54 ng/ml 2003 auf 9,98 ng/ml 2006. Trotz Empfehlung des niedergelassenen Urologen keine Stanzbiopsie auf Wunsch des Patienten wegen Analfissur. PET-CT 2006 ohne pathologischen Befund. Einnahme von Finasterid (Proscar) seit 2006, hierunter Senkung des PSA auch 5,0 ng/ml.
F-18-Cholin-PET-CT 19.02.08: Pathologischer Cholin-Herd betont im rechten Prostatalappen, kompatibel zu einem Prostatakarzinom. Kein Hinweis auf kapselüberschreitendes Wachstum. Darüber hinaus keine weiteren pathologischen Cholin-Herde.
Präoperativ: Einnahme von Tavanic 500 1x1 seit dem Tag vor Stanzbiopsie.

Postoperativer Verlauf:
Entlassung am Abend des OP-Tages. Weiterführung der Antibiotikaprophylaxe für 3 Tage. Komplikationsloser Verlauf.

Histologie:
Apikal rechts: Prostatastanzzylinder mit 1 cm langem Zylinderabschnitt, der infiltriert wird durch ein Adenokarzinom der Prostata.
Mitte rechts: Prostatastanzzylinder, an einem Ende mit einem 1 mm großen Infiltrat des Prostatakarzinoms.
Basal rechts: 0,9 cm Länge dieses Zylinders werden infiltriert durch das Prostatakarzinom.
Stanzzylinder von apikal links, Mitte links, basal links, TZ links, TZ rechts: Tumorfrei.
Gleason score: 3+4 (7a, low grade).
Rat zur laparoskopischen radikalen Prostatektomie, alternative Brachytherapie.




TUR-Blase mit Fluoreszenzdiagnostik, retrograde Darstellung rechts

Patient: HM *01.01.39 (69 Jahre)
Operateur: Köhrmann, Kai Uwe (Mannheim)

Urologische Hauptdiagnose:
V.a. Harnblasentumor (Erstbefund)

Krankengeschichte:
Anamnese: Bei Z.n. laparoskopischer radikaler Prostatektomie 2005 liegt das PSA bei < 0,01 ng/ml. Der Patient ist kontinent. Erektile Dysfunktion, jedoch mit SKAT zufrieden stellende Erektionen. Aktuell einmalige schmerzhafte Makrohämaturie 03/2008. Antibiotische Behandlung bei Harnwegsinfekt.
Kontroll-Zystoskopie 04/2008 durch niedergelassene Urologin: Harnröhre unauffällig, Sphinkter externus intakt, Anastomose unauffällig mit kleiner divertikulärer Ausstülpung rechts. Ureterostien beidseits orthotop und schlitzförmig. Feinfleckige rötliche Areale im Hinterwandbereich der Blase.
Infusionsurogramm 04/2008 durch niedergelassene Urologin: Nierenbeckenkelchsystem rechts nicht näher beurteilbar bei sonst regelrechten Verhältnissen. Empfehlung zur retrograden Darstellung.

Postoperativer Verlauf:
Intraoperativ kein Anhalt für Blasentumor, Ureter und Nierenbecken rechts unauffällig. Bei klarem Urin Entfernung des Blasenkatheters am ersten postoperativen Tag, Entlassung am zweiten Tag.

Histologie:
Nierenbecken-Spülzytologie von rechts: Kein Anhalt für Malignität.




Transrektale TRUS-gesteuerte Stanzbiopsie der Prostata mit Selbsteinbettung

Patient: SA *24.10.40 (67 Jahre)
Operateure: Loch, Tillmann (Flensburg)

Urologische Hauptdiagnose:
V.a. Prostatakarzinom

Kankengeschichte, präoperative Untersuchungen, Bildgebung, Eingriffe, Histologien:
Anamnese: PSA-Erhöhung von 3,80 ng/ml 2001 auf 7,2 ng/ml aktuell. Milde Nykturie (1x/Nacht) und leichte Restharnbildung bei bekannter Prostatahyperplasie.
Sonographie / TRUS: Nieren beidseits regelrecht ohne Hydronephrose, Konkremente oder Tumor. Harnblase nach Miktion mit ca. 60 ml Restharn. Prostata mit 89 cm3 deutlich vergrößert, insgesamt inhomogene Binnenstruktur mit multiplen Verkalkungen, keine eindeutig suspekten Herde.
Präoperativ: Einnahme von Tavanic 500 1x1 seit dem Tag vor Stanzbiopsie.

Postoperativer Verlauf:
Entlassung am Abend des OP-Tages, Weiterführung der Antibiose mit Tavanic.
Am zweiten postoperativen Tag stationäre Wiederaufnahme mit Fieber und Zeichen einer Prostatitis, die für 4 Tage stationär mit breiter i.v.-Antibiose behandelt wurde.

Histologie:
Tumorfreies Prostatagewebe aus 12 Lokalisationen, kein Anhalt für Malignität.




Rigide Zystoskopie mit Fluoreszenzdiagnostik und TUR-Blase

Patient: TE *28.11.31 (76 Jahre)
Operateur: Sievert, Karl-Dietrich (Tübingen)

Urologische Hauptdiagnose:
Harnblasentumor-Rezidiv pT1, G2
Einzelniere rechts bei Z.n. laparoskopische radikaler Nephroureterektomie links 05/2007
bei Urothelkarzinom des linken Nierenbeckens pTa, G2

Krankengeschichte:
Laparoskopische Nephroureterektomie links 05/2007 bei sonographisch und computertomographisch gesichertem Nierenbeckenkarzinom. Der Harnleiter wurde bis unmittelbar prävesikal entfernt. Histologisch Urothelkarzinom des Nierenbeckens pTa, G2.
TUR-Blase und TUR-P durch niedergelassenen Urologen: Urothelkarzinom der linken Blasenseitenwand pT1, G2. Prostataspäne ohne Anhalt für Malignität.
Nach-TUR-Blase 01/2008: Im Bereich des linken Ureterostiums und der linken Blasenseitenwand Rezidiv eines Urothelkarzinoms pT1, G2.
Staging: MRT Abdomen / Becken 03/2008 ohne Nachweis von Metastasen.

Postoperativer Verlauf:
Komplikationsloser Verlauf: Entfernung des BDK am dritten postoperativen Tag, Entlassung am vierten postoperativen Tag.

Histologie:
1. Linke Triangularleiste Nähe Ostium: 1 ccm TUR-Material mit Urothel, Lamina propria, etwas Blasenwandmuskulatur. Post-TUR-Cystitis. Oberflächlich dann auch kleine Formationen eines papillären Urothelkarzinoms, nicht invasiv, low grade. pTa, G1.
2. Randbereich: 1 PE TUR-Material, hier ausschliesslich Anteile der Lamina propria und Blasenwandmuskulatur. Urothel nicht beurteilbar.
3. Tiefer Tumorgrund: 1 PE. Hier Anteile der Lamina propria mit ausgeprägter ulceröser Post-TUR-Cystitis.
4. Prostatische Harnröhre: 1 PE TUR-Material mit Urothel, Lamina propria, letztere mit aktivierten Fibroblasten, Urothel reaktiv hyperplastisch.
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